Pressemitteilungen 2014

Geschichte der Fußball-WM wird im Landratsamt in Arnstadt gezeigt

21.10.2014

http://www.tlz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Geschichte-der-Fussbal...

Arnstadt. Uwe Keith hat seine 80 Sammelbände durchgesehen und präsentiert das Beste auf Briefmarken und anderen Stücken von verschiedenen Fußball-Weltmeisterschaften.

   

Der Arnstädter Uwe Keith zeigt im Landratsamt Briefmarken, Eintrittskarten und Erinnerungen aus der Geschichte der Fußball-WM von 1930 bis 2014. Foto: Hans-Peter Stadermann

"Fußballfieber - Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften im Spiegel der Philatelie" ist der Titel der Ausstellung in den Fluren des Landratsamtes in Arnstadt, die gestern eröffnet wurde.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember zu sehen. Sie umfasst allerdings nicht nur Briefmarken, sondern auch Autogrammkarten, Ansichts- oder Eintrittskarten zu Fußballweltmeisterschaften in aller Welt. Der Rahmen ist also weit gespannt, das macht die Schau, die der Sammler Uwe Keith zusammengestellt hat, zu einer Besonderheit.

Fehldrucke sind besondere Rarität

Natürlich hat Keith seine Sammlung mit dem Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der diesjährigen WM aktuell ergänzt. Die Briefmarke zum Titelgewinn und auch eine Eintrittskarte vom Portugal-Spiel sind in der Ausstellung zu sehen. Und das sind nur einige der neuen Stücke, denn wer glaubt, die Schau, die bereits 2006 einmal in Arnstadt zu sehen war, zu kennen, der irrt. Ständig wird geändert, neue Stücke kommen hinzu, heißt es.

"So eine Sammlung wird eigentlich dauernd ergänzt. Es wird umgestellt, getauscht, gekauft, es gibt spezielle Versandhäuser, die Artikel anbieten", sagt Uwe Keith, der eigentlich alles sammelt, "was von einer Weltmeisterschaft im Fußball übrig bleibt".

Zur Weltmeisterschaft war eine Fußball-Philatelie-Ausstellung von Keith in Duisburg zu sehen, dann kam der WM-Titel für Deutschland und wieder wurde erneuert, verändert. Keith: "Es geht dabei natürlich um die Höhepunkte, aber auch um den Überblick, die Gesamtheit der Weltmeisterschaften und ganz besondere Stücke."

Raritäten sind beispielsweise wiederkehrende Druckfehler. 1954, als die WM in der Schweiz stattfand, gab es zwei "Abarten", wie es der Sammler nennt. Die eine nennt sich "Atlantis", weil eine Insel, die es gar nicht gibt, auf einer Marke zu sehen ist. Die andere heißt "Schatten über Kuba", eben ein Schatten, der über das Land nicht gehört.

Und Keith hat sogar einige Ausstellungsstücke von den Weltmeisterschaften, die noch keine offiziellen waren, "denn 1924 und 1928 waren die Fußballmeisterschaften noch in die olympischen Spiele eingebettet, die erste Fußball-WM startete 1930 in Uruguay, allerdings ohne Deutschland, denen waren die Kosten damals zu hoch".

Uwe Keith kann mittlerweile, was Fußball-Weltmeisterschaften betrifft, aus dem Vollen schöpfen. 80 Bände hat der Sammler. Jeder Band hat rund 100 Seiten mit Ausstellungsstücken, von Briefmarken über Ersttagsbriefe bis zu Karten aller Art. Keith: "Lange war es unter Sammlern verpönt, außer Briefmarken noch andere Objekte zu sammeln, aber mich hat schon immer mehr der Überblick interessiert." In der Ausstellung im Landratsamt sind insgesamt 24 Rahmen zu sehen. In jedem Rahmen gibt es wiederum sechs Blätter mit Einzelstücken. So schätzt Keith, dass es über 500 Einzelstücke sind, die gezeigt werden. Ein Traum bleibt ihm aber noch, bei einer WM live bei einem Deutschlandspiel als Zuschauer dabei zu sein..

Frank Buhlemann / 21.10.14 / TA

 

In Gera den kleinen Marken verfallen

05.08.2014

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/In-G...

125 Jahre Verein für Briefmarkenkunde zu Gera. Philatelisten feiern ihr Gründungsjubiläum am 27. September 2014 mit einem Großtauschtag im Clubzentrum Comma, einem Plusbrief mit Sonderstempel mit dem Geraer Wappen.

   

125 Jahre Philatelie in Gera daran erinnert dieser Plusbrief, den Vereinsvorsitzender Werner Clement zeigt. Der Brief, der im H 35 erhältlich sein wird, trägt Sonderstempel und Briefmarkenaufdrucke von den Tagen der Briefmarke aus den Jahren 1942, 1951 und 1953

Gera/Gößnitz. Der Verein für Briefmarkenkunde zu Gera e. V. feiert am 27. September sein 125-jähriges Bestehen.

Den nostalgisch anmutenden Namen aus dem Gründungsjahr 1889 hat sich der Verein 1990 wieder zugelegt. Vereinsvorsitzender Werner Clement erinnert: "Noch vor dem endgültigen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 trafen sich die Sammler aus allen Geraer Arbeitsgemeinschaften und Betriebsarbeitsgemeinschaften zur Gründung eines unabhängigen Briefmarkensammlervereins. Das Gründungslokal an diesem 15. September 1990 war das Klubhaus "Comma".

Dort werden die Geraer Briefmarkenfreunde am 27. September mit einem Großtauschtag und einem Plusbrief mit Sonderstempel, der das Geraer Wappen abbildet, das Jubiläum begehen.

Sammler sind glückliche Menschen.

Johann Wolfgang von Goethe

Bundesweit sind etwa drei Millionen Sammler dem Charme der kleinen bunten Marken verfallen. "In Gera gehören unserem Verein heute noch 30 Mitglieder an", zählt Schriftführer Günter Peetz auf. Er ist Bauingenieur, Vereinschef Werner Clement Garten- und Landschaftsgestalter. Beide bereits im Rentenalter wie viele im Verein, sind sie über die Schule an ihr Hobby gekommen. Heute kann man damit keinesfalls reich werden, wissen sie , doch "Briefmarken bilden", hat Günter Peetz in seiner langen Sammlerzeit erfahren. Geografie, Biologie, Kunst, Geschichte, alles wird auf den Briefmarken erzählt. "Ausdauer und Gewissenhaftigkeit werden geschult", fügt Werner Clement hinzu. Denn es darf kein Zähnchen an der Marke fehlen, der Stempel muss gut lesbar und der Brief portogerecht entwertet sein. Philatelie ist also nicht nur ein Hobby, sondern eine Wissenschaft für sich.

Die erfahrenen Philatelisten, Clement hat sich auf "Eckstücke" spezialisiert und Peetz auf DDR-Briefmarken der frühen 1950er Jahre, darunter eine seltene Thälmann-Marke, möchten ihr Wissen gerne an die junge Generation weiter geben. Doch dafür Interesse zu wecken ist schwierig. Besonders in einer Zeit, wo man kaum noch per Brief und Postkarte kommuniziert und die fremden Erdteile sehr schnell persönlich kennen lernen kann, ohne durch eine exotische Briefmarke aus der weiten Welt Fernweh zu bekommen. Um mit Kindern zu arbeiten, müssten die bereitwilligen Briefmarkensammler auch noch eine pädagogische Ausbildung nachweisen. Es ist halt kompliziert in Deutschland.

Vor 125 Jahren war das Sammeln von Briefmarken vor allem wohlhabenderen Bürgern vorbehalten. Nach dem Vorbild von Arthur Ernst Glasewald, der am 29. Dezember 1889 in Gößnitz den Mitteldeutschen Philatelistenverband gründete und 1892 die Mitteldeutsche Philatelisten-Zeitung herausgab, schlossen sich im gleichen Jahr die Geraer Sammler zum "Verein für Briefmarkenkunde zu Gera" zusammen. Ständiges Versammlungslokal war damals das "Deutsche Haus" am Geraer Markt. Kaufmann Karl"Schwartz, der in der Großen Kirchstraße 21 in Gera eine renommierte Glas- und Porzellanwarenhandlung führte, fungierte als Vorsitzender. Gesammelt wurden interessante Briefe, Postkarten und Marken.

Eine Zäsur in der Vereinsgeschichte der Geraer Philatelisten war die Einbindung Geras 1925 in das Deutsche Luftpostnetz. Die Post bekam entweder den Poststempel "Gera-Flughafen" oder einen Flugbestätigungsstempel, so dass sammelwürdige Belege entstanden. Es wurde laut Einwohnerbuch von 1927 sogar die "Internationale Briefmarkentauschvereinigung Reform gegründet, deren Leiter, Sammlerfreund Willy"Busch, sich um die Philatelie in Gera sehr verdient gemacht hat. Auch über die Kriegs- und Nachkriegszeit gaben die Geraer Sammler ihre Leidenschaft nie auf. Im Mai 1948 fand die erste "Große Briefmarkenausstellung" statt. Den Erlös der verkauften Spendenkarten widmeten die Philatelisten dem Wiederaufbau des zerstörten Stadtmuseums.

All diese historischen Daten hat die Geraer Philatelistin Hannelore Schmidt, von der Werner"Clement und Günter Peetz "wegen ihrer profunden philatelistischen Kenntnisse" mit Hochachtung sprechen, in "Geras Postgeschichte" aufgeschrieben. Zum 120. Jahrestag des Vereins schenkte sie dieses Exponat der Stadt Gera.

Goethes Behauptung "Sammler sind glückliche Menschen" haben die Geraer Philatelisten über ihr Jubiläumsfest am 27."September als Leitmotiv gestellt. Vielleicht lässt sich mancher Besucher davon anstecken.

 Treff jeden 3.Dienstag 17-20 Uhr in der De-Smit-Straße 34,Telefon (0365) 3 53 88

Elke Lier / 05.08.14 / OTZ

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